Beauty Cuisine erleben, heißt einen genussvollen, neuen Blick auf Lebensmittel zu werfen, den Genuss neu entdecken und einen positiven Effekt auf Körper und Haut spürbar erleben.

Oftmals bieten unsere Nahrungsmittel die Möglichkeit, die besten Wirkungen auf den Körper zu entfalten. In der richtigen Zusammenstellung bieten unsere Lebensmittel alle wichtigen Wirkstoffe. Abwechslungsreiche Zubereitungen und Rezepte sorgen für das besondere Geschmackserlebnis.

Beauty Cuisine erleben, bedeutet gleichzeitig Genuss und Steigerung des Wohlbefindens.

Entdecken Sie auf den nachfolgenden Seiten, warum Tomaten und Tomatenmark eine geballte Ladung Beauty-Wirkstoffe enthalten, weshalb Möhre und Ingwerwurzel eine genussvolle Kombination zum Schutz vor UV-Strahlung darstellt und warum Rotwein und Schokolade ein langes Leben bescheren. Oder entdecken Sie, wie Algen als das "Gemüse der Meere" Ihre Schönheit unterstützt und ein langes Leben schenkt.

Petra Huber, Apothekerin und Dozentin für Kosmetik und Toxikologie, nimmt Sie mit auf eine kleine kulinarische Entdeckungsreise. Lassen Sie sich überraschen, wie Sie altbekannte und auch saisonale Lebensmittel neu betrachten können.

Schokolade & Olive

Oliven (Olea europacea) werden nach ihrer Ernte für mehrere Monate in Salz, Wasser oder öl eingelegt, damit sie ihre Bitterstoffe abbauen können. Grüne Oliven weisen meist höhere Anteile an Phenolsäuren auf, die ebenfalls zu den sekundären Pflanzenstoffen gezählt werden, wie die Polyphenolgruppe der Catechine der dunklen Schokolade. Das Hydroxytyrosol wirkt als Antioxidans und schützt nicht nur die Haut vor den Angriffen der freien Radikalen.

Wird Olivenöl gewonnen, so müssen die Früchte möglichst schnell weiterverarbeitet und schonend gepresst werden (Qualitätsmerkmal von nativem öl ist die Kaltpressung). Grüne Oliven ergeben bei der Pressung mehr öl als schwarze und sind tendenziell etwas intensiver und bitterer im Geschmack. Je nach Olivensorte und Anbaugebiet ergibt dies mild- oder intensiv-fruchtige Olivenöle, die beim Abgang durchaus etwas im Rachen brennen dürfen. Dieses pflanzliche öl bietet grösste Geschmacksvielfalt! Das Verhältnis der ungesättigten Omega-6- zu den Omega-3-Fettsäuren liegt bei etwa 11:1. Täglich sollten 2 bis 3 Esslöffel genossen werden!


Avocado

Das Avocadofleisch (Persea americana) hat einen hohen ölanteil und ist reich an gesunden ungesättigten Fettsäuren.

Werden diese täglich in dem richtigen Verhältnis aufgenommen, werden die gesunde Durchblutung der Haut unterstützt und unterschwellige Entzündungsprozesse in reifer Haut gemindert. Zusätzlich profitiert trockene Haut durch die Einnahme von pflanzlichen Fetten und ölen, indem bestimmte Fettsäuren in den Differenzierungsprozess der Hautbarrieren positiv eingreifen.


Rotwein & Schokolade

Schokolade und Rotwein haben viele sekundäre Pflanzenstoffe gemeinsam. In dunklen Trauben finden sich Farbpigmente wie Anthocyane und Polyphenole, zu denen Gerbstoffe oder auch das berühmte Flavonoid Resveratrol gehören, das die Weintrauben vor Pilzbefall und Sonneneinstrahlung schützt und den weinliebenden Franzosen ein langes Leben beschert.

In Kakaopulver sind neben Vitaminen, Mineralstoffen, wie Kupfer und Kalium, auch Koffein, Theobromin und Polyphenole wie die Substanz Epicatechin enthalten. Je dunkler die Schokolade, d. h. umso höher der Kakaoanteil, desto gesünder ist das Verhältnis der Polyphenole zum Kalorienanteil. Empfehlenswert ist täglich ein Reihe dunkle Schokolade (über 70% Kakaoanteil).


Möhre & Ingwerwurzel

Die Möhre (Daucus carota) verdankt ihre orange Farbe dem β-Caroten. Dieses Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und fängt als Antioxidans freie Radikale ab, die in einer Kettenreaktion Zellschäden verursachen. β-Caroten ist die Vorstufe vom Vitamin A und kann sich in der Haut anreichern. Dadurch schützt sich die Haut vor negativen Folgen durch UV-Strahlung. Weil β-Caroten fettlöslich ist, sollten die Lebensmittel zur besseren Aufnahme im Körper immer mit etwas pflanzlichem öl, wie Oliven- oder Rapsöl, zubereitet werden.

Ingwer (Zingiber officinale) ist ein Rhizom (Wurzel) und enthält ätherische öle und Scharfstoffe, welche gerne zum Würzen in der asiatischen Küche verwendet werden. Wie andere Gewürze in Asien (Bsp. Curcuma-Wurzel) fangen die pflanzlichen Inhaltsstoffe auch entzündungsfördernde Botenstoffe im Körper ab und wirken antioxidativ gegen freie Radikale.


Tomate & Tomatenmark

Die in einer Tomate enthaltenen Stoffe bieten eine geballte Ladung an Beauty-Wirkstoffen. Der für die rote Farbe der Tomate verantwortliche Wirkstoff Lycopin, der zu der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe gehört, ist ein Fänger von freien Radikalen.

Durch die Hitzestabilität dieses Wirkstoffes können Tomaten genussvoll in einer Vielzahl von Gerichten verwendet werden. Wir empfehlen die Kombination mit Olivenöl, um die Aufnahmefähigkeit durch den Darm zu erhöhen.

Unser Tipp: 1 Esslöffel Tomatenmark täglich verbessert die Hautdichte und schützt die Haut vor schädlichen Folgen von UV Strahlen.

Beauty Cuisine Wissenswertes

Anthocyane werden als Untergruppe der Flavonoide zu den Polyphenolen gerechnet. Sie geben den Beeren ihre dunkle Farbe (Brom-, Blaubeeren, dunkle Trauben). Alle werden zu den sekundären Pflanzenstoffen gezählt.
Antioxidantien fangen die freien Radikalen ab, neutralisieren sie und unterbrechen die entstandene Kettenreaktion, bevor diese reaktiven Moleküle körpereigene Zellstrukturen angreifen und beschädigen können. Die Inaktivierung von Radikalen wird auch als „quenchen“ bezeichnet.
Catechine gehören zu den Leitsubstanzen der Polyphenole in Tee, Weinbeeren und Schokolade.
Flavonoide stellen die grösste chemische Untergruppe der Polyphenole dar. In Lebensmitteln gehören z. B. dunkle Pigmente in Beeren (Anthocyane) in die Gruppe der Flavonoide. Alle werden zu den sekundären Pflanzenstoffen gezählt.
Freie Radikale entstehen in jedem lebenden Organismus und weisen als Molekül ungepaarte Elektronen auf, was sie sehr reaktionsfreudig und aggressiv macht. Auf der Suche nach einem neutralisierenden Elektronenpaar greifen sie Zellstrukturen, wie z. B. Eiweissfasern des Bindegewebes, Lipide der Zellmembran oder im schlechtesten Fall, die DNA des Zellkerns an.
Mineralstoffe sind anorganische Nährstoffe, die der Körper nicht selber bilden kann. Deshalb ist er auf eine regelmässige Zufuhr solcher lebensnotwendigen (essentielle), anorganischen Verbindungen angewiesen. Diese Ionen oder Elemente (wie z. B. Calcium, Kalium, Magnesium usw.) sind meistens stabil gegenüber oxidativen Prozessen wie Sauerstoff, Licht und Temperatur. Spurenelemente sind ebenfalls für den Körper und seine Stoffwechselprozesse essentiell. Weil diese Elemente nur in kleinsten Mengen benötigt werden, werden sie Spuren- oder Mikroelemente genannt. Dies sind z. B. Eisen, Zink, Mangan, Selen usw.
Die gemeinsame chemische Grundstruktur von Polyphenolen, welche zu den sekundären Pflanzenstoffen gezählt werden, ist ein Phenolring. Flavonoide stellen die grösste chemische Untergruppe der Polyphenole dar. Aber auch Phenolsäuren (Gerbstoffe) und Phytoöstrogene werden dazu gezählt.
Im Gegensatz zu den primären Pflanzenstoffen (welche dem Energiehaushalt der Pflanze dienen), fassen die sekundären Pflanzenstoffe spezifische Abwehr-, Farb-, Duft- und Aromamoleküle zusammen. Sie sind in den Pflanzen meist niedrig dosiert. Deren Zahl wird auf über 60 000 Verbindungen geschätzt. Sie können in verschiedene Substanzgruppen (mit einer gemeinsamen chemischen Grundstruktur) eingeteilt werden, wie z. B. die Gruppe der Polyphenole, Carotinoide, Monoterpene, Phytoöstrogene, Phytosterine usw.
Senfölglykoside oder auch Glucosinalote genannt, finden sich u. a. in Kohl- und Retticharten, Senf und Kresse. Sie haben eine leicht bittere bis scharfe Geschmacksnote und wirken auch antibakteriell. Sulforophan, z. B. aus dem Brokkoli, wirkt indirekt antioxidativ und schützt Zellen vor aggressiven Radikalen.
Fettsäuren bestehen aus variablen Längen von C-Atomen, welche mit einer Säurestruktur (Carboxylgruppe) verbunden sind. Verbunden zu Triglyceriden bilden sie den Hauptteil von Fetten und Ölen. Ungesättigt sind sie dann, wenn eine oder mehrere Doppelbindungen vorhanden sind.
Fettsäuren bestehen aus variablen Längen von C-Atomen, welche mit einer Säurestruktur verbunden sind. Ungesättigt sind sie dann, wenn eine oder mehrere Doppelbindungen vorhanden sind. Die Bezeichnung Omega-3, resp. Omega-6 deutet auf die Stelle, wo die Doppelbindungen sich vom Molekülende her befinden. Omega-3-Fettsäuren finden sich in pflanzlichen Ölen, wie Lein- oder Rapsöl und Walnüssen, vor allem aber in Fischölen. Omega-6-Fettsäuren sind hauptsächlich in pflanzlichen Öle, wie Sonnenblumen- und Distelöl, enthalten. Vor allem die Omega-3-Fettsäuren haben einen entzündungshemmenden Effekt und werden in der täglichen Ernährung zu wenig eingenommen. Wichtig ist das ausgewogene Verhältnis der Einnahme von Omega-6 zu Omega-3, idealerweise in einem Verhältnis zwischen 2:1 zu 6:1.
Vitamine sind lebenswichtige Stoffe, die der Körper nicht oder nicht in genügender Menge selber bilden kann. Deshalb ist er auf eine regelmässige Zufuhr solcher lebensnotwendigen (essentiellen), organischen Verbindungen angewiesen. Sie unterstützen verschiedenste Stoffwechselprozesse. Aufgrund ihrer chemisch-physikalischen Eigenschaften können diese organischen Substanzen in wasserlösliche (Vitamine B, C) und fettlösliche (Vitamine A, D, E, K) Verbindungen eingeteilt werden. Sie zeigen ebenfalls unterschiedliches Stabilitätsverhalten gegenüber oxidativen Prozessen wie Sauerstoff, Licht und Temperatur. Die Zubereitungsart von vitaminhaltigen Lebensmitteln wird stark durch diese Eigenschaften beeinflusst!